Pierre Cardin Mode Space Age

Die Richtung des Modeeinflusses kehrte sich in den Sechzigern um, und Teenage-Stile erklommen die höchsten Stufen der französischen Couture. 1968 skizzierte Diors Nachfolger Yves Saint Laurent Studenten auf den Pariser Barrikaden und durchstöberte die Boutiquen in Chelsea nach inspirierenden Ideen, während seine Konkurrenten ihre Blicke noch viel weiter schweifen ließen. Neil Armstrong machte den ersten riesigen Sprung, als er 1969 auf dem Mond spazierenging, doch auch schon vorher waren Weltraumreisen ein wichtiges Thema des Jahrzehnts gewesen und hatten sehr bald Einzug in die Mode gehalten, besonders in Frankreich. Die Idee einer ultramodernen, geschlechtslosen Weltraumuniform wurde immer wieder in der Couture und in den Pret-a-porter-Ent-würfen von Pierre Cardin und Andre Courreges durchgespielt. Beide bevorzugten Garderoben aus kombinierbaren, miteinander harmonierenden Stücken und verwendeten massenhaft silberfarbene, schwarze und weiße Stoffe in gewagten Op-Art-Kombinationen. Nach dreizehn Jahren bei Balenciaga eröffnete Courreges 1961 sein eigenes Modehaus und brachte seine ganze klassische Ausbildung in die neue Era ein. Der Courreges-Look beruhte auf Minikleidern, Catsuits und Hosenanzügen aus steifen, knitterfreien Stoffen. Courreges benutzte auch durchsichtige Materialien und in den Stoff geschnittene Löcher, um seinen in der Regel stark futuristischen Entwürfen ein sexy Aussehen zu geben. Klassische Space-Age-Stücke von Courreges, vor allem Couture-Stücke, erzielen heute hohe Preise auf Auktionen und sind eine absolut sichere Investition für jeden, der die Sechziger liebt. Pierre Cardins Space-Age-Entwürfe sind heute unter Sammlern ebenso begehrt, doch war Cardin ein rücksichtsloser Lizenzgeber, der sein Label an die unterschiedlichsten billig produzierten Massenartikel heftete; denken Sie also daran, dass das Cardin-Label allein nicht ausreicht.