Ausgefallene Kleider und Mode

Die frühen Londoner Mods hatten die strenge Unterscheidung von Tages-  und  Abendkleidung aufgehoben. Mitte der Sechziger wurden Clubs und Discos zentrale Orte des Nachtlebens. Partygänger auf der Höhe der Zeit verlangten nach ausgefallener Kleidern, die so extravagant waren, dass sie genau zu der Umgebung passte, in der die Nachtschwärmer ihre Abende verbrachten. Cheetah und The Electric Circus waren zwei der berühmtesten amerikanischen Nachtclubs, und beide betrieben höchst erfolgreiche, integrierte Boutiquen, die alle Formen der neuen Fantasie-Abendkleidung verkauften. Das Magazin Life beschrieb die Atmosphäre so: "Vergrößerte Bilder von Kindern im Park, riesigen Gürteltieren oder Lyndon Johnson werden auf die weiße, plastisch modellierte Fläche der zeltartigen Decke projiziert. Riesige Lichtamöben wandern zwischen den Bildern umher, pulsierend und sich zusammenziehend im gnadenlosen Rhythmus einer Rockband ... Ein junger Mann, auf dessen Rücken Mond und Sterne gemalt sind, schwingt oben an einem silbernen Trapez, und ein Jongleur hantiert mit farbigen Reifen inmitten von Hippies, die davon unbeeindruckt einen heidnischen Stammestanz aufführen ..." Deanna Littell von Paraphernalia entwarf Abendmäntel und -kleider mit im Dunkeln leuchtenden Zierleisten. Riesige, das Licht reflektierende Pailletten, Pailletes genannt, wurden ein Hit in den Sechzigern, ebenso wie Day-Glo-Farben und fluoreszierende Stoffe, die unter den Stroboskop-Blitzen und schwarzen Lampen der Nachtclubs erkennbar waren und ausgefallene Kleider richtig in die Szene setzen.