Schöne Kleider von Jacqueline Kennedy

Während die neuen Looks einen großen Einfluss auf die Mode des Jahrzehnts ausübten, zogen viele es doch vor, sich nicht auf all diese schönen Kleider einzulassen, und orientierten sich stattdessen am jugendlichen, aber damenhaften Stil der jungen amerikanischen First Lady Jacqueline Kennedy. Ihr eifrig nachgeahmter Look beruhte auf lockeren, nicht taillierten Hemd- und Futteralkleidern, die in der Regel ärmellos waren und bisweilen mit einem passenden Mantel getragen wurden. Muster wurden zugunsten von gedeckten Pastellfarben, Weiß- und Cremetönen vermieden. Accessoires blieben auf ein Minimum beschränkt - eine einfache Perlenkette, eine Kuverttasche, vielleicht noch ein Paar Handschuhe und Jackie's berühmter Pillbox-Hut waren alles, was nötig war, um den Look abzurunden. Dieser konservative Sechziger-Jahre-Stil war elegant, schien aber zugleich auch eine jugendlichere und modernere Alternative zum Stil der Fünfziger zu sein, der auf kunstvollen Accessoires und einschnürenden Miedern bestand. Die für den "Jackie-Stil" typischen Shift- und Überblusenklei-der wurden von dem amerikanischen Designer Oleg Cassini entworfen, aber der Look eroberte die Kaufhäuser und Modefachgeschäfte in ganz Amerika. Es gibt viele gute Stücke, die auch heute noch auf Flohmärkten und in Secondhand-Läden zu Schnäppchenpreisen zu finden sind. Während die Beautiful People am Tag eher schlichte Kleidung trugen, bevorzugten sie für den Abend einen sehr dramatischen Look. Edelsteinbesetzte  schöne Kleider aus Gazarseide und federgeschmückte einteilige Palazzo-Hosenanzüge mit weiten Beinen wurden zu glanzvollen Anlässen getragen, dazu falsche Wimpern, dickes Make-up und kunstvoll toupierte Frisuren und Haarteile, die mit denjenigen Marie-Antoinettes konkurrieren konnten. Modeschmuckdesigner wie Kenneth Jay Lane in Amerika und Coppola e Toppo in Italien kreierten riesige, übertriebene Halsketten und Kronleuchter-Ohrringe, damit auch jeder die Botschaft verstand.