Uniform

Als Uniform bezeichnet man Dienstkleidung, die gleichartig in Material, Farbe und Schnitt ist und die nach Gebrauchszweck und Dienstrang für Angehörige der Armee und anderer staatlicher Einrichtungen (z. B. Post, Polizei, Verkehrswesen) unterschieden wird.
Die Uniform entstand, als mit der Einführung der stehenden Heere im 17. Jh. die Zugehörigkeit zur Truppe durch leuchtende Farbe stärker erkennbar sein musste. Sie beeinflußte die Serienherstellung und wurde durch sie ermöglicht, anfangs in der Manufaktur, später in der Konfektion.

Die Uniform erfordert eine der jeweiligen Herstellungstechnologie entsprechende, relativ einfache Form, die mehr oder weniger aufwendige Ausschmückungen durch Besätze, andersfarbige Aufschläge und Zubehör zulässt. Politischökonomische Erwägungen, Ansprüche an Repräsentation (z. B. Gardeuniform, Paradeuniform), die Entwicklung von Verkehr und Kriegstechnik, Reichweite und Zerstörungskraft der Waffen beeinflussen sowohl die ästhetische als auch die praktischen Zwecken dienende Gestaltung. Nach der farbenprächtigen Imponierkleidung der stehenden feudalabsolutistischen Heere (in Preußen: rote Aufschläge am blauen Frack, weiße Kniehosen und Gamaschen) schuf man im Laufe der Zeit allgemein farblich verhaltene, der Tarnung sowie der Gesunderhaltung und der Bewegung dienende Uniformen, deren Entwicklung sich parallel zur Dienstkleidung anderer Bereiche vollzog, oftmals in Wechselbeziehung zu Teilen einer Volkstracht (Litewka). Die Uniformentwicklung schuf im 17. Jh. erstmalig den taillierten, vom durchgeknöpften, knielangen Moderock für Männer mit Aufschlagärmeln, Rückenschlitz und Taschen (Justeaucorps). Die Uniform ist seit der Französischen Revolution eng mit der des bürgerlichen Anzugs im 19. Jh. verbunden (Frack). Die immer bessere Anpassung an verschiedene Gebrauchszwecke auch unter besonderen klimatischen und sonstigen Lebensbedingungen führte zu funktionell bewährten Uniformteilen, die sich sogar in der Zivilkleidung beider Geschlechter durchgesetzt haben.