Modeschmuck Ketten Ringe Armreifen

Modeschmuck haftete bis vor einigen Jahren noch das Image des Billigen an. Er glänzte und funkelte an Hals, Arm, Ohren und an der Hand, entpuppte sich aber schon beim ersten Hinsehen als Talmi. Das war auch Absicht und sollte ganz bewußt als Gegensatz zur klassischen, edlen Goldschmiedekunst verstanden werden.

Das Design war frech, unkonventionell und das Material (meist Kupfer und Nikkei) preiswert. Die Steine beim Modeschmuck waren so wenig edel wie das Material, mit dem sie verarbeitet wurden: Meistens war es echtes Glas. Dafür hatte Modeschmuck einen unüberbietbaren Vorteil: Man konnte und kann ihn sich leisten, in jeder beliebigen Menge. Inzwischen hat sich das ehemalige Kellerkind zum großen Star gemausert, edel verpackt und von echtem Schmuck auf den ersten Blick kaum noch zu unterscheiden. Es sei denn, er verrät sich durch seine Üppigkeit. Denn Modeschmuck prägte den Trend, Ketten, Armreifen und Ringe eher pfund- als grammweise zu tragen oder zumindest zu besitzen. Goldrausch war angesagt. Daneben hat sich leise, aber um so nachdrücklicher ein feines Understatement eingeschlichen: Man begnügt sich mit weniger, und dieses Wenige hat Noblesse und Klasse. Diese unechten Stücke - Ringe, Ketten, Kolliers, Broschen, Ohrringe -trägt man heute nicht nur beim Flanieren durch die Großstadtstraßen, in In-Lokalen, zu Jeans und den Casuals in der Freizeit. Die neuen Unechten trägt man heute mit der größten Selbstverständlichkeit und mit unerschütterlichem Selbstbewußtsein zum klassischen Kostüm in der Vorstands-Etage, zum kleinen Empfang nach Feierabend oder ins Theater. Und man macht noch nicht einmal den Versuch, das Unechte als echt zu verkaufen.